Westfälische Wahrheitsliebe? Wunderbar: Moderne Zeiten - moderne Zeitung:

Bei der "Neuen Westfälischen" ist auch neu, was "wahr" bedeutet

(Brief an die "Neue Westfälische" vom 10. Oktober 2006)

Musikschule Schmidt, Hermann-Hesse-Str. 2a, 33332 Gütersloh

An die
Neue Westfälische (Redaktion)
Frau Kolecki
Münsterstr. 46
33330 Gütersloh
10.10.2006

Tag der offenen Tür am Samstag, 30. September 2006 - Telefongespräche und Fax am 29.09.06

Sehr geehrte Frau Kolecki,

um es gleich vorweg zu sagen: der Umgang Ihrer Redaktion mit der Presseinformation unserer Musikschule vom 19. September 2006 und mit meiner Nachfrage an Sie vom 29. September war eine Unverschämtheit. Was hat es mit Ihrem "Zick-Zack-Kurs" (ich zitiere eine Kundin) auf sich?

Ihr Umgang mit dieser Presseinformation unserer Schule hat einen Hintergrund.

Sie und ich leben leider in einem Land, das zum Menschenvergaserland geworden ist. Bis in die Gegenwart ist einer Vielzahl von Landsleuten gleichgültig, warum dies Land diese Entwicklung, die Menschenwerk ist, genommen hat. Eine Wiederholungsgefahr ist erst gebannt, wenn die Ursachen geklärt sind.

Dies Land ist auch dafür bekannt geworden, daß eine Kenntnis seiner verbrecherischen Entwicklung (und diese Entwicklung selbst) geleugnet wurde und wird: Man habe von all dem nichts gewußt. Dann die Leugnung der Tatsachen und/oder sogar ihre Verherrlichung, mehr oder weniger offen. (Auf Widersprüche kommt es sowieso nicht an.)

Um dem vorzubeugen, daß gesagt wird, man habe nichts gewußt, kommt dieser Brief als Antwort auf Ihren Umgang mit meiner Person als Leiter der oben angegebenen Musikschule und unseren Lehrern.

Vor 37 Jahren, im Oktober 1969, richtete ich einen auf guter Recherche gegründeten Leserbrief an die "Lippische Landes-Zeitung" - die "Neue Westfälische" bildet bekanntlich eine publizistische Einheit mit der "Lippischen Landes-Zeitung" -, in welchem die zu der Zeit aktuellen bundesdeutschen Waffenlieferungen an das Militärregime in Griechenland kritisiert wurden. Die Lippische Landes-Zeitung verweigerte damals eine Veröffentlichung dieses Leserbriefes und schrieb mir, daß mit Rücksicht auf meine Familie auf einen Abdruck verzichtet würde. Mit meiner Familie war mein Vater Kantor Walter Schmidt gemeint, der mit der Marien-Kantorei im Herbst 1969 "Internationale Orgeltage" veranstaltete. Diese Verweigerung durch die LZ hat meinen Berufs- und Lebensweg entscheidend beeinflußt. Es ist an der Zeit, dieser Zeitung ihre Antwort um die Ohren zu hauen.

Ich verfüge mittlerweile über ein Dokument der sog. "Deutschen Dienststelle" in Berlin, welches beweist, daß Walter Schmidt, geb. 17.01.1913 in Hamburg, von 1940 bis 1943 Unteroffizier in der Stabsstelle 'Generalquartiermeister des Heeres' (General Eduard Wagner) war.



Brief der "Deutschen Dienststelle" Berlin vom 6.01.2003







In der jüngeren Literatur u.a. über diese Stabsstelle wird belegt, daß es z.B. im Angriffskrieg von 1941-45 gegen die UdSSR kaum ein Verbrechen gab, in das Wagner und seine Stabsstelle nicht verwickelt gewesen wäre. (Christian Gerlach: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944, Hamburg 1999 und Christian Streit: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-1945, Bonn 1991) Das Buch von Christian Streit ist in der Gütersloher Stadtbibliothek vorhanden und ich empfehle der Redaktion der Neuen Westfälischen dringlich die Lektüre.

Walter Schmidt wird der Beihilfe zu millionenfachem Massenmord beschuldigt und die der Anklage zugrundeliegenden Tatsachen sind bewiesen. Sein Versuch, Gras über die Vorgänge wachsen zu lassen, war - wie etliche solche Versuche z.B. von Mitgliedern der Waffen-SS - ein Mißerfolg. Die Kinder von Kiew (Babyn Jar), der weißrussischen Städte, der Ghettos etc. könnten großenteils noch leben. Wollen die Redaktionen der Zeitungsgruppe NW/Lippische Landes-Zeitung etc. ihnen sagen: Schaut doch endlich nach vorn, tut doch den Tätern wenigstens diesen Gefallen?

Niemand ist's gewesen, keiner hat's gesehen? General Wagner hatte bereits Vorbereitungen für den Gasangriff auf Leningrad begonnen und die Gasmengen berechnen lassen. Gegen einen solchen Angriff hatte selbst Hitler Bedenken, weil er die Vergeltung der Gegner, vor allem der in chemischen und biologischen Waffen überlegenen Briten fürchtete (www.shoa.de).

Wie wiedergegeben, d.h. wie bereits oben die "Lippische Landes-Zeitung" zitiert: .... mit Rücksicht auf Walter Schmidt verzichten wir auf einen Abdruck etc.

Ich habe mich wegen dieser Komplizenschaft auf die Spur des Geheimnisses von Walter Schmidt begeben müssen und zunächst klären müssen, was es bedeutet, daß Hitler 1924 nach gescheitertem Staatsstreichversuch mit Geiselnahmen, etlichen Toten etc. seine Gefolgschaft (keineswegs nur in der NSDAP) unter der Parole versammeln konnte und versammelt hat, daß er vor allem Zerbrecher des Marxismus sein wollte. Wenige Monate später ist er wieder in Freiheit, um die schon vor 1923/24 offen ausgesprochene verbrecherische Politik der NSDAP, SA etc. fortzusetzen.

Wegen meiner Beschäftigung mit der Wissenschaft und den Ergebnissen dieser Beschäftigung z.B. zur Krisentheorie (publiziert in den 70iger Jahren, lesbar und nachprüfbar) hat mich die "Frankfurter Rundschau", bei der ich 1978-1979 angestellt war, in den Freitod treiben wollen (im Verein mit anderen). Nur durch glücklichen Zufall habe ich überlebt, die Frankfurter Universitätsklinik kann es bezeugen.

Derselbe Walter Schmidt, der sich nie selbst mit seinen Verbrechen und deren Ursachen auseinandergesetzt hat, läßt mich 1982, nachdem ich ihn erneut auf seine von ihm nie genauer dargelegte Kriegsvergangenheit (jedenfalls mir gegenüber gab es eine Wand des Schweigens) angesprochen und ihm auch ein sowjetisches Partisanen- und ein Auschwitzlied vorgesungen hatte, in die Westfälische Klinik für Psychiatrie - eine Gütersloher Einrichtung, die nach grausamen Serienmorden 1990 überregional als Mörderklinik bekannt geworden ist, vgl.: DER SPIEGEL 3/1991 vom 14.01.1991 und 30/1993 vom 26.07.1993 - zur brutalsten, verbrecherischen Zwangsbehandlung bringen. Sein Komplize: Ein "Arzt", d.h. ein Kriegskamerad von der Fraktion "Keine Kameraden" (s. oben). Sie hatten den Treueid auf ihren Führer nicht vergessen. Ein Verbrechen zieht das andere nach sich. (Die vorstehende kursiv gesetzte ergänzende Angabe zur Westfälischen Klinik, die dazugehörende Quellenangabe und die folgende Charakterisierung der Behandlung und damit der Klinik als verbrecherisch - ebenfals kursiv gesetzt - wurde am 6. Juni 2009 der Wiedergabe des originalen Brieftextes hinzugefügt.)

Nachdem ich im Berufsleben - mit fremder Hilfe - wieder Fuß fassen konnte, bringt mich die SPD 1991 in Lemgo um meinen Arbeitsplatz in der städtischen Galerie, ohne Skrupel und in einem Vorgang unglaublicher Willkür.

In Gütersloh wird dann später und bis heute die von mir geleitete Musikschule und das von mir organisierte Gütersloher Kammerorchester von der örtlichen Presse und anderen diskriminiert (nebst anderer Fortsetzung der Verfolgung).

1969 wird "Rücksicht" auf Hitlers Generäle und ihr Personal genommen und vor dem griechischen Militärregime auf die Knie gefallen und gekrochen. 37 Jahre später - das Lernvermögen eines Teils der deutschen Journaille ist frappierend - verweigert die Zeitung "Neue Westfälische" - d.h. dieselbe Zeitungsgruppe - eine Meldung über einen bevorstehenden Tag der offenen Tür, für den die Musikschule Schmidt am 19. September 2006 der Redaktion eine Presseinformation eingereicht hat. ... Die Neue Westfälische gefällt sich erneut darin, die Musikschule Schmidt ... zu diskriminieren und die Bemühungen zu torpedieren.

Schon in einem Bericht der NW (Matthias Bell) vom 1.12.2004 "Die Kunst des Magnificat" über ein Konzert zum Advent mit Kantor Paul Leo Leenen in der St. Pankratiuskirche in Gütersloh wird das von der Musikschule Schmidt organisierte Gütersloher Kammerorchester namentlich nicht erwähnt, totgeschwiegen, diskriminiert.

Die Zeitung NW unterscheidet sich insoweit nicht im geringsten von der ehemaligen NSDAP-Zeitung "Die Glocke", die das Gütersloher Kammerorchester in der Besprechung vom 1.12.2004 (Herr Heumüller) ebenfalls übergeht und diskriminiert (als bewußte und gezielte Aktion der Redaktion in einem Telefonat vom 4.12.2004 bestätigt). Von der ehemaligen NSDAP-Zeitung "Die Glocke" war und ist demnach nichts anderes zu erwarten. Sie bleibt ihrer Tradition treu.

Speiübel wird einem angesichts der Kriecherei (und Komplizenschaft) vor Hitler und seinen Generalen und deren Personal noch im Jahre 2006 auch bei der Neuen Westfälischen.

In einem Telefonat mit der Redaktion der Neuen Westfälischen (29. September 2006) wird einem dann mitgeteilt - ob in Unkenntnis oder im Verschweigen des wahren Sachverhalts sei dahingestellt -, daß eine Meldung in der NW über den Tag der offenen Tür am 30.09.06 gebracht worden sei. Bei Durchsicht der Zeitungen entpuppt sich diese "Mitteilung" jedenfalls im Ergebnis als Irreführung und Veralberung.

Damit das Bemühen ... für die Popularisierung (von anspruchsvollen) Musikinstrumenten nicht vergeblich war und doch Resonanz bzw. Berücksichtigung in der Berichterstattung der örtlichen Presse findet, wurde von mir vorgeschlagen (wegen angeblichen Personalmangels der NW), einen eigenen Bericht der Musikschule über die Veranstaltung zu verfassen und der Redaktion zu schicken. Dieser Bericht liegt Ihnen seit vergangener Woche vor, wird aber nun nicht veröffentlicht. Die Tatsachen sprechen für sich selbst, s. oben.

Mit freundlichen Grüßen (Unterschrift)







Die Zeitung "Die Glocke" in den Jahren 1933-1945:

Zeitung der NSDAP und des Nationalsozialismus

Aus einer Facharbeit zur Regionalgeschichte aus dem Jahre 2004

www.inidia.de/newser (Am 15. Januar 2011 nicht aufzurufende Seite)

Wie bereits in Kapitel „1.2 Ausbreitung des Nationalsozialismus in Oelde und Stromberg" erwähnt, war „Die Glocke" eines der wichtigsten Presseorgane im Umkreis von Oelde. „Die Glocke" wurde herausgegeben von Joseph Holterdorf, einem Zentrumsmitglied in der Zeit der Weimarer Republik.

J. Holterdorf legte am 6. Juni 1933 seine Mandate im öffentlichen Leben aufgrund einer Verleumdungsklage der NSDAP ab, da er meinte, „daß gegen die NS-Angriffe keine wirksame Abwehr mehr möglich sei." Ich denke, dass diese Kapitulation auch auf „Die Glocke" überschlug und sie darum fortan „mehr und mehr in das Geläut der NS-Propaganda einstimmte." Auch ist es denkbar, dass die Zeitung einschwenkte, weil dies die einzige Chance war, weiterhin zu publizieren und sie sich dem „Zeitgeist" nicht verschließen wollte.

Daß „Die Glocke" nun auf Kurs des Nationalsozialismus war, zeigt die Forderung der Zeitung, das Zentrum solle ein Unterstützungsorgan des Nationalsozialismus werden und sie stimmte dem Ermächtigungsgesetz zu. Die Leserschaft, so schrieb Jörg Gerste (Autor von "Oelde 1933-1945"), vollzog diesen frühzeitigen Kurswechsel der „Glocke" ohne offensichtlichen Widerstand mit. Ab dem 8. Oktober 1936 wurden dem Zeitungskopf der „Glocke" („Die Glocke" und das entsprechende Symbol), die Zeilen: Amtliches Mitteilungsblatt des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP für die Kreise Beckum, Warendorf und Wiedenbrück hinzugefügt. Später verschwand die Glocke als Symbol ganz aus dem Zeitungskopf. In den folgenden Jahren vertrat die „Glocke" die Meinung des Regimes und publizierte dessen Propaganda.



Vgl. auch: Peter Köpf, Schreiben nach jeder Richtung - Goebbels-Propagandisten in der westdeutschen Nachkriegspresse, Berlin 1995

"Die Glocke" betreffend die Seite 190 des Kapitels 4.4.3: Vertraute Lokalredakteure







Zum Artikel "Geburtstagsparty von Güterslohs kleinen Nachwuchs-Nazis ..."



Weiter zum Artikel: Nachrichten aus einem "wunderbaren Land" (Zitat)

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Weiter zum Artikel: Städtepartnerschaft mit Schilda: Gestapo-Gütersloh, Büdelsdorf, Kiel und ...

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Weiter zum Artikel: Kreispolizei deckt gewaltbereites Gesindel und ist selbst heimtückisch.

Weiter zum Artikel: Heimtückische Kreispolizei Gütersloh, gewaltbereites Gesindel und die K-Frage seit 1914

Weiter zum Artikel: Oktoberrevolution 1917 in Rußland, Novemberrevolution 1918 in Deutschland

Weiter zum Artikel: Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, McCains und Steinbrücks Umgang mit Menschen

Weiter zum Artikel: Das "wunderbare Land" und die K-Frage 2009: Kläffende Köter, Carstensens Kieler Karren und nicht nur ein hervorragender "Kopp".



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